VÖ: 31.01.2025
Label: Heavy Psych Sounds
Autor: Kerbinator
Bewertung: 8 / 10
Der Liebling aller Doom-Fans ist zurück. Denn Bobby hat die Kult-Truppe Pentagram mit runderneuerter Mannschaft nach zehn scheibenlosen Jahren wieder an den Start gebracht. „Lightning In A Bottle“ heißt das zehnte Studiowerk und lässt keinen Zweifel offen, das der unverwechselbare, einflussreiche Sound von Pentagram der 80er Jahre zurückgekehrt ist. Nach vielen renommierten Musikern, die bereits zuvor bei Pentagram mitgewirkt haben, sind es jetzt vor allem die beiden Mos Generator-Recken Tony Reed (Gitarre, Produzent) und Scooter Haslip (Bass), die das neue Album prägen. Genauso natürlich wie der oft quengelige und immer unangepasste Gesang von Bobby Liebling, der den Pentagram-Stempel wie immer felsenfest aufdrückt.
Elf Songs plus drei Bonustracks stark ist „Lightning In A Bottle“, das ein gelungenes Potpourri aus purem, basischem Doom, mehreren schnellen Stücken und zum Ende hin auch ein paar Soul-Einflüsse beherbergt. Der Opener „Live Again“ setzt eine etwas flottere Duftmarke, die tiefer gestimmten Gitarren lassen den Sound aber immer nah am Old School Doom verbleiben. Der Gesang manchmal weinerlich, dann wieder charmant chaotisch verzaubert folgende Songs wie „I Spoke To Death“, „I’ll Certainly See You In Hell“ oder „Spread Your Wings“ nachhaltig und zeigen Pentagram in großartiger Frühzeit-Form, als wäre man tatsächlich Ende der 70er hängen geblieben.
Dennoch klingt die Band nie zu altbacken, so daß auch Fans neuerer Doom-Kapellen diese Legende ihrer bevorzugten Musik endlich mal kennenlernen sollten. Die Wucht, die Drummer Henry Vasquez (Saint Vitus, Legions Of Doom) beispielsweise bei „Thundercrest“ aus seindem Drumkit entlässt, dürfte auch jüngere Candlemass oder Solitude Aeternus Liebhaber erfreuen. Dennoch sind Pentagram ganz klar Pentagram und nicht umsonst wird ihnen der Ruf zu teil, als Mitgründer des Doom zu gelten. Zum Ende hin mit den Bonustracks „Start The End“ und „Might Just Wanna Be Your Fool“ weicht man ein wenig ab und fast könnte man meinen, Bobby Liebling macht mal einen auf Joe Cocker des Doom, so soulig klingen einige Gesangslinien. Sehr interessant.
Wer also auf ursprünglichen, kommerzfreien und auch mal leicht neben der Spur wirkenden Doom mit viel Charisma steht, darf sich nach wie vor Pentagram ans Revers heften. Viel Groove und Emotionen gibt’s obendrein und auch wenn Pentagram natürlich in erster Linie Bobby Liebling sind, darf man den Männern zu einer starken Performance gratulieren.
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