EVERON - Shells


Tracklist:

  • No Embrace
  • Broken Angels
  • Travels
  • Pinocchio's Nose
  • Monster
  • Shells
  • Grace
  • Guilty As Charged
  • Children Of The Earth
  • OCD
  • Until We Meet Again
  • Flesh


Info:

VÖ:  28.02.2025

Label:  Mascot Label Group


Video:


Bewertung:

 

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8,5 / 10



Sechzehn Jahre ist es her, das die Krefelder Progband Everon ihr letztes Album „North“ herausgebracht hat. Aufgelöst hat man sich angeblich nie, es gab halt lediglich nichts Neues seit dieser Zeit. Ich bezeichne es trotzdem mal als Reunion, wenn wie aus dem Nichts auf einmal eine neues Album der Band erscheint. So geschehen nun mit „Shells“, dem achten Werk von Everon und auch noch in der ursprünglichen Besetzung eingespielt. Leider verstarb Drummer Christian Moos während des Aufnahmeprozesses, so daß das Album natürlich auch einen sehr persönlichen Anstrich erhält. „Until We Meet Again“, ein Song daraus, entstand dann auch aus diesen tragischen Umständen heraus.

 

Prinzipiell sind Everon ihrem ureigensten Stil treu geblieben. Heavy Prog, wie manch einer es nennt. Tatsächlich spielen Everon ihre Songs härter, bombastischer und mehr mit Hang zum Progmetal als die meisten Progressive Rockbands der Szene. Und das dabei auch das symphonische Element stets zum Tragen kommt, zeigt sich gleich bei „No Embrace“, einem Stück in typischer Everon Art. Verspielt, bombastisch, sphärisch und mit der nach wie vor tollen Stimme von Oliver Philipps veredelt, die man sofort erkennt.

 

Bei „Broken Angels“ neigt man fast schon dazu, an eine Band wie Kamelot zu denken, nachdem mit Piano begonnen der Song ins symphonisch Bombastische steuert und an Intensität immer mehr gewinnt. Beim etwas fremdländisch angehauchten „Pinocchio’s Nose“ hat man sich Leah als weibliche Stimme hinzugeholt, ebenso ist Helena Iren Michaelsen bei einigen Songs als weibliche Begleitung mit am Start. Man fühlt sich unweigerlich an die tolle Zeit von Alben wie „Paradoxes“, „Flood“ oder „Bridge“ zurückversetzt, wenn man typische Everon Weisen wie „Monster“, atmosphärische Großtaten wie „Shells“ oder verträumte und mehrstimmige Passagen wie bei „Children Of The Earth“ hört.

 

Dazwischen gibt’s auch mal ein reines Instrumental mit „OCD“. Hart, schnell und mit Hang zum Progmetal gespielt. Der Longtrack mit über vierzehn Minuten kommt zum Schluß mit „Flesh“. Piano, Glockenschläge, Wechselbäder zwischen ruhigen und intensiveren Passagen, mal harten Riff und dann wieder wunderschöne Melodien. Ein Hochkaräter sphärisch anspruchsvoller Progkunst mit vielen Wendungen und auch sperrigen Phasen.

 

 

Everon sind wieder da und machen dort weiter, wo man mit „North“ aufgehört hat. Vielleicht klingt Oliver Phillips ein klein wenig rauher als früher, Melodien und großes Songwriting sind aber absolut Everon-würdig und die zwölf Songs von „Shells“ fügen sich nahtlos in die großartige Diskographie der Krefelder ein.  Wunderbares Album, das auch Leute, die Everon aufgrund der langen Abstinenz noch nicht kennen, erleben sollten. 




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